Test - Beijing 2008 : Goldmedaille oder ausgeschieden?
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Ohne Schweiß keinen Preis
Was ebenfalls bereits beim Training ins Auge fällt: Dort könnt ihr nicht nur die Steuerung verinnerlichen, sondern gleichzeitig auch auf Rekordjagd gehen. Weiten, Zeiten und Noten werden festgehalten und mit vorherigen Leistungen verglichen - im Gegensatz zum Olympia-Modus. Herrliche Überleitung, denn besagter Modus ist der eigentliche Kern des Spiels. Ihr entscheidet euch für eine der über 30 Nationen und führt diese durch die kompletten Sommerspiele. Ihr schlüpft demnach nicht in die Rolle eines einzelnen Athleten, sondern kümmert euch um ein ganzes Team. An sich eine gute Idee, die sogar um einige minimale Rollenspielaspekte ergänzt wird. Feiert ihr Erfolge in den einzelnen Disziplinen, erhaltet ihr im Gegenzug Punkte. Mit deren Hilfe könnt ihr wiederum die Attribute der Sportler (Ausdauer, Stärke etc.) verbessern. Allerdings wirkt sich diese Aufwertung nicht so stark auf das Spielgeschehen aus, wie man es sich im Vorfeld gedacht hat.
Doch zurück zum sportlichen Teil des Olympia-Modus. Zwischen den Events müsst ihr euer Können zunächst in Qualifikationsrunden unter Beweis stellen - wie im richtigen Athletenleben. Nett gedacht, denn immerhin kommt somit mehr Wettkampfstimmung auf. Allerdings birgt dieser Aspekt eine nicht unerhebliche Tücke: Solltet ihr die - teilweise recht hoch gesteckten - Vorgaben nicht erreichen, sind die Sommerspiele für euch beendet. Abgesehen davon, dass wir bei diesem Punkt vergeblich die Logik suchen, zeigt es auch den Mangel an Konsequenz im Spieldesign. Warum scheidet das komplette Team aus, wenn ein Mitglied sein Teilziel nicht erreicht. Hinzu kommt, dass der Schwierigkeitsgrad teilweise recht happig ist. Nimmt man jetzt noch die bereits erwähnten Tücken der Steuerung hinzu ... hrmpf.
Olympia light
Ebenfalls ärgerlich ist die bereits erwähnte Tatsache, dass Bestzeiten, Weiten und Noten aus dem Olympia-Modus nicht in einer Art Hall of Fame festgehalten werden. Solospieler werden so um eine motivierende Jagd nach Rekorden gebracht. Zum Glück gibt es immerhin im Online-Modus eine Weltrangliste, die ständig aktualisiert wird. Die neueste Bestzeit im 100-Meter-Lauf eines Spielers aus Italien brechen - so etwas hat seinen Reiz. Reizvoller als der Solomodus ist auch der Multiplayer-Part mit Freunden in den Modi Versus für zwei Spieler sowie Standard und Turnier für bis zu acht Spieler. Gerade die Sprint-Events machen sehr viel Spaß und erschaffen ein unterhaltsames Gemisch aus Ehrgeiz, Schadenfreude und Hohngelächter.
Was alle Modi gemeinsam haben, ist das stark schwankende Niveau der Atmosphäre. Die teilweise etwas langatmig inszenierten Zeremonien fangen das Flair der Olympischen Spiele noch recht gut ein, doch das gesamte Drumherum ist stellenweise wenig olympisch. Für einen Titel mit offizieller Lizenz dürfte es gerne mehr Glanz und Glamour sein. Die Optik im Allgemeinen macht einen guten, wenn auch nicht herausragenden Eindruck. Die Sportler bewegen sich sehr realistisch und wurden detailliert in Szene gesetzt. Lediglich einige Effekte, wie zum Beispiel bei den Siegerehrungen, wirken etwas mager. Zudem flimmert die Grafik ungemein, was an der Atmosphäre nagt. Die Soundkulisse ist insgesamt ebenfalls recht ordentlich, doch warum bitte reagiert das Publikum selbst bei Höchstleistungen der Athleten zu verhalten? Und die Kommentare sind auch nicht unbedingt der Bringer.
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